Wie ich gerne arbeite – und warum ich das so mache.

Selfie ;)

Selfie 😉

Es gibt unterschiedlichste Herangehensweisen wie Fotografen mit dem gemachten Bildmaterial nach einem Shooting umgehen. Die wohl zwei häufigsten sind zum einen, der Fotograf wählt eine Anzahl von Bildern aus, bearbeitet diese und stellt sie dem Modell zur Verfügung. Die andere Methode bindet das Modell mehr ein, es kann sich einen Teil oder alle Bilder einer Serie für die endgültige Bearbeitung aussuchen.

Es gibt verschiedene Gründe, warum ich von der Natur- und Landschaftsfotografie in den People Bereich gewechselt bin. Es geht mir um das Miteinander, Menschen kennen zu lernen, neue Eindrücke zu sammeln, gemeinsam Projekte umzusetzen. Ich sehe mich als gleichberechtigten Partner, so dann also auch alle anderen. Warum sollte ich dann also die Bilder alleine auswählen? Zum einen glaube ich, fühlt sich das Modell wertgeschätzt und geachtet, zum anderen ist es ja auch genauso seine Arbeit. Zudem ist mir inzwischen aufgefallen, dass sich die Auswahl oft mit meinen Favoriten deckt. Ich gebe also quasi Arbeit ab.

Wenn das Modell Bilder ausgewählt hat, in der Regel sind das fünf Aufnahmen, bearbeite ich sie (ausschließlich in Monochromfarben) und stelle sie dem Modell in Web- und hoher Auflösung zur Verfügung.

Wenn es dann ans Veröffentlichen geht, sind mir mit der Zeit auch zwei größere Lager aufgefallen. Einige Fotografen veröffentlichen ihre Arbeiten und erwähnen das abgebildete Modell mit keiner Silbe. Das kann so sein, weil das (Gelegenheits-)Modell eher unbehelligt bleiben möchte, aber ich glaube oft ist es vielen Fotografen einfach egal. Dabei kommt es in sozialen Netzwerken doch genau darauf an, auf das Netzwerken. Ein Bildbetrachter klickt auf den Link zum Modellprofil, wertschätzt ihre Arbeiten und findet dort auch Arbeiten anderer Fotografen, z.B. meine und gelangt so zu mir. Ich habe also selbst doch nur Vorteile die Beteiligten zu verlinken.
Ihr werdet es schon erahnt haben, ich gehöre zu dem großen anderen Teil, der die Modelle verlinkt oder wenn nicht anders machbar zumindest namentlich nennt. Selbstverständlich respektiere ich die seltene Bitte des Modells dies nicht zu tun, oder vll nur den Künstlernamen zu verwenden. Keine Frage!

Thema Bildbearbeitung durch das Modell. Ich weiß nicht ob man diese, meine Haltung als konservativ bezeichnen mag, ich bin halt einfach strikt dagegen. Die anderen Fotografenmeinungen sind mir bekannt und ich habe mir dazu meine Gedanken gemacht. Ich sehe es so, das Modell bringt seine Art, seinen Typ und Darbietungsstil mit in unsere Arbeit ein und zeichnet sich so später beim Betrachter aus. Bildausschnitt, Motiv und technische Gestaltung obliegen dem Fotografen. Zu letzterem zähle ich auch die Bildbearbeitung (BEA). Ich arbeite daran, einen eigenen, wiedererkennbaren Stil zu haben, der meine Bilder ausmacht. Dazu gehört selbstverständlich auch die BEA. Würde ich diese auch dem Modell überlassen, was bliebe dann von mir noch? Kamerhalter? Nicht, dass ich allzuviel BEA betreibe, das meiste geschieht wärend des Fotografierens, aber in Zeiten von Instagram und anderen App-Filtern, sehe ich meine Bilder eher in Gefahr durch diese Pixelverrücker, in meinen Augen verunstaltet zu sehen. Klar, es gibt auch viele Modelle, die ebenso oder sogar besser mit richtigen Bildbearbeitungsprogrammen umgehen können als ich, dennoch ist es für mich ein fester Bestandteil meiner Arbeit als Fotograf, den ich nicht aus der Hand geben will.

Nun ist der Text länger geworden, als ich das beabsichtigte, aber nun gut, die meisten von uns lesen eh zu wenig :P.

Habt einen schönen Tag.

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