Zuverlässigkeit, eine aussterbende Eigenschaft?

Hey zusammen,

hier hat sich ja einige Zeit nichts getan. Es ist schon verrückt das ich in der vorlesungsfreien Zeit sehr viel weniger Zeit hatte, als sonst. Da ich viel unterwegs war (eher weniger Urlaub) und zu tun hatte, musste der Blog warten ;).
Nun gut, bald geht der gewohnte Alltag wieder los. Dieses Wochenende nutz ich mal zum Nichtstun, also fast.

Diesen Beitrag möchte ich einem weniger schönem Thema widmen, welches mich aber immer wieder beschäftigt. Die Zuverlässigkeit mancher Menschen oder eben das was davon übrig geblieben ist.

Als ich letztes Jahr in die Peoplefotografie gewechselt bin, begann meine erste Erfahrung mit einem nicht mehr Melden bzw erreichbar sein des Modells. Wir wollten uns kurzfristig treffen, Details waren geklärt, es ging nur doch um die genaue Uhrzeit und ob ich sie irgendwo abholen sollte. Sowas passiert, schön ist anders, aber sich darüber aufzuregen würde einem die Freude an der Fotografie sicher schnell nehmen. Diese Situation in unterschiedlicher Konstellation hatte ich bisher seltener als ich Finger an der Hand habe, aber dennoch ist es unangenehm versetzt zu werden. Ebenso unschön ist es wenn man im Nachgang erfährt, dass der Aufwand den man betreibt nicht wertgeschätzt oder respektiert wird, Absprachen werden nicht eingehalten bzw nach eigenem gusto ausgelegt.

Da fragt man sich dann schon, ob dem jeweils anderen bewusst ist, dass da ein anderer Mensch Zeit einplant, vielleicht Freunden und anderen Verpflichtungen, die sich später ergeben, absagt, Dinge plant und organisiert und darauf vertraut, dass der andere seinen Teil einhält.

Auch wenn es nur das Hobby ist, kann man frühzeitig einen Termin absagen, statt sich einfach nicht mehr zu melden.

Vielleicht mag das jetzt dem ein oder anderen zu melancholisch erscheinen, aber was ist denn los mit den Leuten? Ich seh dieses Problem ja nicht nur in der Fotografie. Meine Freunde habe ich mir gut und wohlüberlegt ausgesucht und daher hier keine Probleme. Aber im Alltag fällt das immer wieder auf wenn fremde Menschen aufeinander treffen. Vieles scheint sehr oberflächlich, wenig bindend. Einige suchen nur ihren persönlichen Vorteil und ziehen die eigenen Schachfiguren ausschließlich zu diesem Zweck. Man blockt Termine anderer um sich die Option offen zu halten, man sagt einem Gebrauchtverkäufer zu, um dann doch unentschuldigt nicht zu erscheinen.

Dies soll keine Moralpredigt sein, wenngleich ich den Bogen wohl schon geschlagen habe. Es würde mich einfach freuen, wenn der ein oder andere mal mehr dazu bereit wäre, die Dinge nicht nur aus seiner, sondern auch aus anderen, möglichen Perspektiven zu betrachten. Und vor allem zu überlegen wie man sich selbst fühlen würde, wäre man der Geschädigte.

Ich wünsche euch einen schönen Tag. Es ist übrigens schwer bei manchen Themen kurz und knapp auf den Punkt zu kommen. Ich hoffe ihr seht mir das nach :).